Arbeiten

Hier dokumentieren wir von Zeit zu Zeit einige Arbeiten aus unserer Werkstatt. Das werden meistens Kundenaufträge sein, Reparaturen von kleinerer Natur bis aufwändig und anspruchsvoll. Eigene Entwicklungen stellen wir hier ebenfalls gerne vor…

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Framus Konzertgitarre

Gebraucht: Alt aber oho. Sensationeller, warmer und lauter Sound, dennoch gesperrte Fichtendecke, Walnuss-Body, zweiteiliger Rücken, dreiteiliger Hals (der Länge nach geriegelt) zur Kopfplatte durchgehend. Das sieht man alles sehr schön aufgrund der spröden (altersbedingten) Nitrolackierung. Sattel neu, Saiten neu, Sparren geleimt, Mechaniken ersetzt. BÜNDE ABGERICHTET . Ansonsten optische Dings und Dongs, was aber bei der Vintage Optik nix macht. Zur Modellnummer KC 333 sei angemerkt, dass es ein Label namens „Kay“ gibt (angeblich made in Japan), was auf den Zulieferer schließen lässt, wahrscheinlicher ist jedoch made in GDR (also DDR = Markneukirchen)… was nichts schlechtes heißt, da sie immerhin für den Export gebaut oder vertrieben wurde, wie es damals üblich war (wie auch bei Klira, Hopf etc. = West-Label oftmals mit Zulieferung oder Herstellung aus der „Zone“). Aber wie gesagt, die Gitarre taugt was und hat auch ein äußerst angenehmes, flaches Halsprofil. Framus sitzt heute übrigens wieder in Markneukirchen, wo seit Jahrhunderten Instrumente gebaut werden.

Reparatur: Framus Stella 5/53

Reparatur Framus Stella 5/53 - 57Diese schöne Gitarre wurde wieder hergestellt, denn den aktuellen Zustand dieses Fundes, ein Erbstück,  konnte man leider nur als bemitleidenswert beschreiben. Abgesehen vom verblichenen und abgestumpften, teils abgeschlagenen Lack, war das Instrument mit den vielfältigsten Aufklebern der 1970er Jahre beklebt und bemalt worden. Solche Aufkleber verändern auch den darunter liegenden Lack.

Zu allererst mussten wir uns also diesem Problem annehmen und die Oberflächen zum Ausbessern und Nachfärben freilegen. Da kommt beim Restaurateur die Liebe zum Instrument durch, denn dieses Sunburst will auch im Farbton originalgetreu getroffen werden. Die anschließende Versiegelung mit Schellack ist selbstverständlich und eben auch zeitaufwändig, da eine solche „Politur“ natürliche Trocknungszeiten verlangt. Die sonstige Substanz der Gitarre war gemessen am Allgemeinzustand wirklich gut – kaum Holzarbeiten, lediglich die Stimmwirbel mussten getauscht werden, sowie Steg, Sattel und Saitenhalter wurden zudem aufgearbeitet. Die Pflege des Griffbretts und die Politur der Bünde sind ein Standard für Gitarren diesen Alters.

Aber wie alt ist diese Gitarre denn nun wirklich? Dazu werden Modelle mit dem Vintage Katalog abgeglichen, es handelt sich um eine Framus Stella 5/53 – 57. Diese Gitarre wurde bis Ende der 1960er Jahre gebaut. Allerdings befindet sich kein „Framus Bavaria“ Label im rechten F-Loch des Korpus um das genaue Baujahr zu dokumentieren. Die Firma Framus hatte nämlich seinerzeit immer wieder gerne ganze Produktserien für Kaufhäuser undFramus Stella 5/53 -57 Musima Warenhausketten hergestellt und hierbei auf ein Label verzichtet, da es sich um „Sonderserien“ bzw.  „No Name“ / der jeweiligen Hausmarke des Kunden handelt. Aufgrund der Plastik-Bridge jedoch kann man zweifelsfrei sagen, dass es sich um eine Gitarre der Siebziger handelt, denn es war die Blütezeit für solche Fehltritte und Experimente.

Alles in Allem macht die Gitarre im Konzept den Eindruck, dass alte Lagerbestände verbaut wurden. So erklärt es sich auch, dass das Erscheinungsbild von den frühen Modellen der „Stella“ abweicht. Ende der 1970er Jahre meldete die Firma Framus Konkurs an, es ist daher wahrscheinlich, dass die Gitarre aus der Endphase der Produktion stammt, oder Teile sogar zur Fertigung an den VEB „Musima“ nach Markneukirchen gingen. Die patentierte Kopfplatte beispielsweise garantiert eine ursprüngliche Framus, ebenso die Maße des Archtop Bodys, Halsradius etc.; die Achsen-Abstände der Wirbel und das breite Schalloch Design jedoch sind Framus untypisch und erinnern an eine DDR Produktion. Die Saitenhaltergravur besagt wiederum „Made in Germany“, das deutet auf die BRD, also Westproduktion hin! Das Erscheinungsbild ist daher untypisch.

Dessen ungeachtet ist dieses Instrument natürlich 35 bis 40 Jahre alt und hat ein entsprechendes Timbre, dass heute so manchen Liebhaber findet. Da es zudem nicht nur ein Instrument, sondern auch ein Andenken ist, stellt sich die Frage erst gar nicht, ob diese Gitarre wieder aufgearbeitet werden musste. Es ist einfach ein schönes Stück Musik und es macht Freude diese Qualitäten wieder zum glänzen zu bringen…

Reparatur: „Luxor“ Konzertgitarre

Reparatur KonzertgitarreDieses Instrument stammt aus den Ende 1970er / Anfang 1980er Jahren. Die Marke „Luxor“ war eine klassische Kaufhausgitarre, beispielsweise im Sortiment der Firmenkette „Brinkmann“. Gut, solide und Made in Japan. Die gesperrte Decke und das Gewicht machen diese Gitarre nicht zum besonders tollen Exemplar, jedoch das Alter und somit der Klang des Holzes kommen hier wieder zum Tragen.
Das größte Problem hatte diese Gitarre sehr deutlich ab dem 5. Bund; bereits im 7. Bund hatte das nichts mehr mit Musik zu tun – die Bundreinheit war fern ab der Bespielbarkeit und hier lag auch schon die Herausforderung für die Reparatur, denn das Stimmen der Gitarre war quasi unmöglich.

Das komplette Abrichten der Bünde hätte jedoch in keiner Relation gestanden, also haben wir uns für ein leichtes Abziehen/Polieren der Bünde entschieden. Der abgewetzte Steg und der Sattel wurden entgratet und nachgeschliffen, sodass die beiden Ausgangspunkte der Mensur zumindest wieder korrekt sind. Beim Besaiten trat ein weiteres Problem auf: Der Steg hatte sich teilweise  von der Decke gelöst, die Sparren unterwärts hatten die Decke bereits konkav verzogen. Dieser Zustand  geht nicht nur zu Lasten der Resonanz und des Klangs, sondern hat natürlich auch Einfluss auf die Mensur und wiederum auf die Oktavreinheit. Keine Frage also, dass hier nach gebessert werden musste.

Nachdem die Gitarre nun ausreichend versucht hat uns zu ärgern, wurden die genannten Mängel behoben und es wurde wieder ein schöner und satter Klang hergestellt. Hierzu haben wir „Augustine Blau“ gewählt, ein guter und stärkerer Satz Saiten, der hier seinen Zweck erfüllt. Durch die höhere Saitenstärke werden verbliebene Ungenauigkeiten der Bundierung ausgeglichen, sodass diese Gitarre nun gleichermaßen sauber klingt, wie seinerzeit beim Kauf. Eine Renovierung lohnte deshalb auch hier generell, denn zum Entsorgen oder „an die Wand zu nageln“ ist das Instrument dann doch zu schade. Nun lässt sich die Gitarre wieder spielen und kann weiter Freude bereiten.

Reparatur: Vogtländische Meistergitarre

Musima Modell MZ24Auch hier handelt sich um eine sehr schöne Musima Gitarre aus Markneukirchen. Dieses Modell „MZ24“ war sicherlich für den Export bestimmt, denn die Gitarre fällt in die Kategorie der Qualitätsstufe A. Merkmale sind eine massive Zederndecke, Steg und Sattel aus Knochen, Korpus Mahagoni – sehr gute Verarbeitung und hervorragend gefertigt. In der DDR war so ein Instrument kaum erschwinglich und deshalb zum Zwecke der Devisenbeschaffung konzipiert. Deshalb das Label: „Vogtländische Meistergitarre“.

Aber auch diese Tage hat das Instrument überlebt, leider jedoch mit einem Bruch längs entlang eines Sparren direkt in der Decke. Die Reparatur war etwas kniffliger, da der Schaden äußerst ungünstig am Hauptresonanzpunkt lag. Der Sparren musste zugerichtet und die Decke wieder auf Spannung gebracht werden. Damit die Leimarbeit von dauerhaftem Halt bleibt, wurde hilfsweise mit einer Seele gearbeitet, die zuvor auf Maß eingebracht wurde und anschließend wieder entfernt werden konnte. Der Klang wurde so wieder vollständig hergestellt, optisch ist die Reparatur nahezu unsichtbar.

Die üblichen Wartungsarbeiten an Sattel, Steg, Mechaniken und Bünden wurden gleich mit erledigt, sodass die Gitarre frisch besaitet wieder zu neuem Glanz erstrahlt und der Besitzerin entsprechend Freude bereitet.

Reparatur: „Musima Torella“ Herbert Schäffner

Gitarrenbau Herbert Schäffner DDREs handelt sich hier um eine recht gute Gitarre aus DDR Zeit, somit eine Musima aus Markneukirchen. Dieses Modell, die „Torella 50“ wurde unter Gitarrenbau-Meister Herbert Schäffner gefertigt, bzw. gelabelt. In der Ausführung eher schlicht und robust, maschinell gefertigt, gesperrte Hölzer, aber dennoch schön und laut – durchdringend im Klang.

Merkmale der Reparatur waren ein unangenehmes Schnarren in der Decke, sowie ein etwa 10 x 5 cm großer Splitterbruch im Boden des Instruments. Diese Holzarbeiten an Sparren und Boden wurden kurzerhand durchgeführt und anschließend noch optisch aufgearbeitet. Man muss natürlich die Kirche im Dorf lassen, denn wollte man diesen Schaden derart kaschieren, dass es aussieht wie neu, dann wären der Aufwand und somit die Kosten sicherlich höher als der Zeitwert des Instruments. Eine Reparatur sollte in diesem Sinne auch angemessen sein und so gut es geht im Rahmen von Funktion und Optik bleiben – nicht, dass die Rechnung höher ausfällt als die Freude über die Reparatur.

Reparatur Torella Modell 50Danach wurden noch die Bünde poliert und das Instrument neu besaitet. Et voilá. Klanglich ist diese Gitarre wieder auf der Höhe. Ähnlich wie auch bei alten Höfner Gitarren (der Hersteller im Westen) werden diese im Volumen des Tones über die Jahre deutlich besser, da das Holz „reift“. Alles was es jetzt nun wieder braucht, ist die Motivation diese Gitarre  zum Schwingen zu bringen – also viel spielen, damit der Ton wieder voll aufschwingen kann.

Reparatur: Bünde abrichten und justieren

Werkstatt Bünde abrichten und JustageHier einige Aufträge, die wir derzeit in der Werkstatt haben. Beide Gitarren haben bereits das Abrichten der Bünde hinter sich, des weiteren werden noch Steg und Sattel justiert, damit der leider sehr bedauerliche Verzug des Halses korrigiert werden kann.

Die Epiphone „Flying V“, sowie auch die Walden „570 CE“ sind dabei noch nicht einmal in die Jahre gekommen. Offensichtlich haben hier klimatische Einwirkungen, ein Unfall, oder möglicherweise Konstruktionsschwächen zur Degenerierung der Instrumente beigetragen. Na dann! Wir holen wieder das Bestmögliche aus diesen Gitarren heraus.

Restauration „Tannhäuser“ Mandola

Zwanziger Jahre Tannhäuser Mandola 1920Hier haben wir etwas ganz Feines: Eine wirklich gut erhaltene Mandola der Marke „Tannhäuser“- das ist eine 8-saitige / 4-chörige Mandoline – etwa Baujahr 1920, deutsche Herstellung nach neapolitanischer Bauform, mit bauchig schalenförmigem Korpus und abgewinkelter Resonanzdecke.

In der Decke befand sich ein Riss, welcher leider falsch verleimt wurde und dazu führte, dass dieses Instrument zu leise war. Diese Arbeit wurde korrigiert. Außerdem wurde die schöne Schellack Politur wieder hergestellt. An der Kopfplatte wurde eine Bohrung, die zum Aufhängen der Mandola diente wieder mit Holz gefüllt und entsprechend überarbeitet, so dass der originale Eindruck der Kopfplatte wieder stimmt. Die alten Messing Mechaniken wurden durch neue Ersetzt. Die originalen Mechaniken sind auf Wunsch vorhanden und zugehörig.

Somit ist dieses Instrument wieder voll einsetzbar und klanglich auf der Höhe. Für Freunde der Mittelalter Musik, bretonischer oder keltischer Folklore bereitet diese Mandola sicher viel Freude.

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