Grundlagen


Geschichtlicher Rückblick

Zu meiner Schulzeit waren die Strukturen der Musiklehre noch eher alt hergebracht: Notenkunde, Kanon und Blockflöte galten als vorherrschend in der musikalischen Erziehung. In den 1960er und 70er Jahren diente dies wohl mehr disziplinarischen Zielen, als denen, die Muse und die Kunst hervor zu bringen. Mit den damals angebotenen Stilmitteln konnte man vor allem eines – die Lust am Musizieren versauern lassen. Diejenigen „ohne natürliche Begabung“ wurden über einen Kamm geschoren und aussortiert. Wer sich als Kind dieser  Auslese entziehen konnte, der hatte  dementsprechend Talent und musste sich in der Folge beugen, und einfach schlucken was auf den Tisch kam. In dieser Situation wurde mir schnell klar: das muss auch besser gehen!

Denn Musik, speziell das Erzeugen von Klängen durch Gesang und Rhythmus, ist ein menschliches Naturbedürfnis.  Das fühlten und wussten schon unsere urzeitlichen Vorfahren beim Bewohnen ihrer Höhlen. Nicht zuletzt aus diesem Bedürfnis heraus  entwickelte sich dann die Sprache des Menschen – gleichzeitig prägten sich Handwerk und Geschicklichkeit weiter aus, die ersten Instrumente wurden gebaut, und das menschliche Gehirn steigerte nochmals seine Fähigkeiten. Es gibt somit eine direkte Verbindung zwischen Sprachzentrum, Motorik und Lernfähigkeit, deren Ursprung die Musik ist. Musik sollte deshalb nicht dazu führen, Frustrationen zu verursachen, sondern eigentlich dem Gegenteil dienen. Denn genau genommen trägt ja jeder Mensch die Musik im Herzen, bzw. in seinen Genen. Es geht also nur um den Weg diese Verbindung herzustellen. Das ist keine Frage von Talent.

Entwicklung
Wenn man das erst einmal verstanden hat, ist der Ansatz recht leicht. Aus der Medizin sind uns Erfolge geläufig, die beispielsweise bei Schlaganfall-Patienten helfen ihre Sprache wieder herzustellen, indem sie ein Instrument spielen. Über das Bedienen des Instruments (z.B. Klavier oder Gitarre) werden nämlich die gleichen Bereiche im Gehirn angesprochen, die wir auch für die Sprache benutzen. Dieses Prinzip lässt sich natürlich auch umkehren: „Alles was ich mit dem Mund kann, kann auch meine Hand“.  Scat– und Rap-Gesang leiten sich beispielsweise so ab und erzeugen den Rhythmus durch die Sprache.

In den künstlerisch befreiten 20er und 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelten sich auch andere Ideen: „Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen“ begannen auf dem Feld der Stimm- und Sprach-Therapie auf natürliche Weise einen musikalischen Leitfaden zu entwickeln, da sie ein ganzheitliches Problem erkannten. Damit waren die beiden Damen wegbereitend für die heutige Logopädie, die erst viel später und aus medizinischer Sicht  damit begann, sich mit den gleichen Blockaden auseinander zu setzen.

Das Ablegen des Zwangs-Korsetts
Seitdem hat der Rock´n´Roll die Welt verändert. Gegen Ende der 1970er Jahre trat dann Peter Bursch in Erscheinung. Auf Noten wurde „gepfiffen“ und es gab das erste Gitarren-Lehrbuch OHNE Noten. Dazu gab es eine Schallfolie, das war eine sehr dünne Schallplatten-Single, mit Hörbeispielen als Referenz zum Lehrstoff des Buches. Heute ist das natürlich eine CD oder DVD. Die Gehörbildung stand somit deutlich im Vordergrund, die manuellen Grundlagen wurden mit einfachen Song-Bearbeitungen und Griff-Schema vermittelt.

Seinerzeit gab es noch kein Internet. Noten waren fast ausschließlich der „Ernsten Musik“ vorbehalten und für Populärmusik schwer zu finden. Auch ich war gezwungen mir jedes Lied, jeden Text, jede Melodie aus dem Radio oder von Platte heraus zu hören. Nicht zuletzt ist die Gitarre ein Instrument, das man auch noch selber stimmen muss. Die Gehörbildung ist also unerlässlich. Ich kann mich sogar noch erinnern, dass es Leute gab, die tatsächlich der Meinung waren, wenn man keine Noten liest würde man wahllos wirres Zeug spielen, da man noch nicht einmal wüsste was eine Viertelnote ist. Was soll man dazu sagen? Die Katze biss sich selbst in den Schwanz.

Glücklicherweise hatte ich damals auch Menschen um mich, die meinen Bedürfnissen zugearbeitet haben. Auf dieser Erfahrung wollte ich aufbauen und habe über die Jahre als Musiker angefangen das Problem zu reflektieren. Hieraus habe ich  schließlich meine eigene Methode zur Vermittlung musikalischer Inhalte entwickelt.


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